Der Schriftspracherwerb

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Wenn Grundschüler das erste Mal in die Schule kommen, können die meisten von ihnen noch nicht lesen und schreiben. Daher sind die ersten Jahre der Grundschule im Fach Deutsch ganz dem Schriftspracherwerb gewidmet. Was aber ist der Schriftspracherwerb Grundschue Anfangsunterricht und wie sollte er gestaltet werden?

Schriftspracherwerb - Was ist das?

Mit Schriftspracherwerb ist das Erlangen der Fähigkeit gemeint, unsere Sprache aufzuzeichnen. Dazu gehören erste Schreibübungen einzelner Buchstaben über das Schreiben erster kurzer Wörter bis hin zum Verfassen vollständiger Texte. Auch Lesen lernen gehört mit dazu.

Wie sollte der Schriftspracherwerb an Grundschulen gestaltet werden?

Grundschüler sind erstmal neugierig. Viele haben sich wochen- oder gar monatelang auf den Schulbesuch gefreut und sind wissbegierig. Diese anfängliche Phase sollte man auf jeden Fall ausnutzen, um die Lust am geschriebenen Wort zu wecken oder aufrechtzuerhalten. Dazu kann man mit den Kindern zusammen ihre Lieblingsbücher lesen, eine Bücherei besuchen oder auch die Kinder erzählen lassen und ihre kurzen Geschichten für sie aufschreiben. Alles, was die Lust am Lesen und Schreiben weckt, zählt.

Viele Schulen starten im ersten Schuljahr mit Handpuppen, die die zentrale Rolle in den ersten kurzen Sätzen spielen. Dadurch wird ebenfalls ein Bezug zur Schriftsprache aufgebaut, der die Kinder motivieren kann, auch wenn die Anfänge des Schriftspracherwerbs oft schwierig und frustrierend sein können.

Wenn Schüler neue Regeln lernen, kann es vorkommen, dass sie bekannte Wörter plötzlich falsch schreiben. Dieses Phänomen hat nichts mit Doofheit zu tun, sondern liegt einfach daran, dass Schüler neue Regeln erstmal auf alles anwenden (=Übergeneralisierung) und nach und nach herausfinden, wo sie wirklich angewendet werden muss und wo es eventuell Ausnahmen gibt. Daher sollten Schüler für solche Fehler (und generell für Fehler) nicht bestraft oder ausgelacht werden. Stattdessen sollten die Schüler gefragt werden, warum sie das Wort so und nicht anders geschrieben haben. Wenn man herausfindet, wie die Schüler gedacht haben, kann man besser helfen.

Wenn ein Schüler besondere Schwierigkeiten mit dem Lesen oder Schreiben lernen zeigt, sollte auf jeden Fall auf Legasthenie getested werden. Je früher diese Lernstörung erkannt wird, desto besser kann dem Kind geholfen werden. Schüler mit Legasthenie sind nicht dumm, sondern haben Probleme, Buchstaben und Laute vernünftig zuzuordnen. Daher haben sie oft große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Mit der richtigen Förderung kann Legasthenikern allerdings beim Schriftspracherwerb geholfen werden, so dass sie trotz ihrer Beeinträchtigung in der Lage sind, ein normales Leben zu führen.

 

Geeignetes Unterrichtsmaterial für die Grundschule:

Lili lernt reimen - Ein Lehrgang zur Förderung des Reimbewusstseins von Schulanfängern, Klasse 1

Hurra, wir können schreiben! Individualisierte Materialien für den Schriftspracherwerb, Klasse 1

Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen - Klasse 1