Abenteuerliteratur - Geschichte und Kennzeichen (Sachinformation)
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. März 2011 um 16:12 Uhr Geschrieben von: I. Kowalewski / Grundschulstunden Verlag Freitag, den 18. März 2011 um 15:11 Uhr
Geschichtlicher Überblick
Abenteuerliteratur zeichnet sich durch Stofffülle und abenteuerliche Spannung aus und in der der Held in eine Kette von Ereignissen und Irrfahrten mit einbezogen wird. Im meist volkstümlichen-realistischen Stil werden relativ selbständige Geschichten in einer lockeren Art um das Thema gruppiert. Sie dienen nicht dazu, die Entwicklungen darzustellen, sondern der Unterhaltung oder der Belehrung des Lesers.
Die Anfänge der Abenteuerliteratur finden sich schon sehr früh, so sind im Mittelalter die Spielmannsdichtungen nach diesem Schema angelegt, später auch die Volksbücher. Eine große Anzahl dieser Literatur findet sich vom Barock bis zu den Trivialromanen des 18. Jahrhunderts. Man kann sie als Schelmen-, Lügen-, Reise-, Räuber- und Schauerromane unterscheiden. Reiseromane werden besonders im 18. Jahrhundert beliebt. In der Klassik und Romatik sind die verwendeten Motive als geistige Abenteuer zu verstehen, diese prägen Künstler-, Buldungs- und Entwicklungsromane.
Im 19. und 20. Jahrhundert wird der Abenteuerroman psychologisch vertieft, und drückt zum Teil auch Zeitkritik aus. Das Interesse an neu erschlossenen und fremden Erdteilen und an der Geschichte, vor allem des Mittelalters prägt die Themen der Abenteuerliteratur. Auch soziale Anliegen und utopische Zukunftsfantasien, wie in den Büchern von Jules Vernes, werden thematisiert. Eine weitere moderne Form der Abenteuerromane ist der naturnahe Landstreicherroman.
Kennzeichen des Abenteuerbuches
Das Abenteuerbuch hat mehrere Merkmale. Eines davon ist die "gesteigerte Dynamik" (1, S.160) des Handlungsablaufs. Ereignisse folgen aufeinander, wobei der Leser in deren bann gezogen wird. Es gibt immer Gegenpole, wie Held und Feind oder Möglichkeit und Hindernis. Die Handlung hat den Charakter einer "erregender Bewegtheit" (1, S.160). Der Leser fühlt alle Empfindungen nach, so bezeichnet er die Geschehnisse als "spannend".
Ein weiteres Merkmal der Abenteuerliteratur ist der Schwerpunkt auf Außergewöhnlichem und auf Fremdartigem. Die Ereignisse heben sich von der Alltagswelt ab, sie sind meist extrem. Der Held, beziehungsweise die Zentralfigur, erbringt großartige Leistungen. Die Gefahren bedrohen meist sein Leben, auch das seiner Freunde. Durch Geschick und Mut überwindet er Hindernisse, so dass die Geschichte einen guten Ausgang nimmt.
Dennoch sind die Taten der Helden im Rahmen des Möglichen, er hat keine übernatürlichen Fähigkeiten. Oft hat er besondere Talente, doch auch fremde Kräfte kommen ihm nicht zur Hilfe. Auch die Geschehnisse sind realistisch, sie bewegen sich in einer real existierenden Welt, auch wenn oft eine Reihe von Zufällen die Ereignisse beiinflusst.
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(1) Karl Ernst Maier: Jugendliteratur. Bad Heilbrunn/Obb. 1993.
Geeignete Abenteuerbücher für den Grundschulunterricht:


