Abenteuerliteratur - Arten und Bedeutung (Sachinformation)

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Definition

Der Begriff Abenteuer leitet sich vom lateinischen Wort "adventura" ab, das so viel wie ein unerwartetes oder ungewöhnliches, seltsames Ereignis mit unsicherem Ausgang bedeutet.

Arten von Abenteuerliteratur

Nach Karl Ernst Maier (1) gibt es verschiedene Arten von Abenteuerliteratur. Dazu gehören völkerkundlich-geographisch orientierte Abenteuerbücher, Robinsonaden, Seegschichten, historisch orientierte Abenteuerbücher, Indianergeschichten, abenteuerliche Erzählungen mit Tieren, Detektivgeschichten, utopische und fantastische Abenteuer.

Diese werden hier nicht näher erläutert.

Bedeutung der Abenteuerliteratur

Indem Kinder Abenteuerliteratur konsumieren wird ihr elementarer Antrieb nach Tatendrang befriedigt. In unserer Alltagswelt gibt es gerade für Jugendliche kaum Anreize, diesem Drang nachzugehen. Beim Lesen von Büchern, aber auch bei Filmen und virtuellen Spielen, in denen dieser Lebenshunger thematisiert wird, können sie passiv diesem Trieb nachgehen.

Das Lesen von Abenteuerbüchern hat verschiedene Auswirkungen auf den Leser.

Es kann so weit gehen, dass er seine reale Umwelt als grau und langweilig empfindet, und so in eine Unzufriedenheit gerät. Oder Leser, die durch Abenteuerliteratur angeregt werden, abwegige Unternehmungen zu starten, wie das Weglaufen von zu Hause oder das Schuleschwänzen, um in der wirklichen Welt die Taten eines fiktiven Helden selbst zu erfahren.

Nach der Tiefenpsychologie gibt es aber auch die Möglichkeit, dass durch das Konsumieren derartiger Literatur der Drang nach Taten vollends befriedigt wird, und eine "Reinigung", die sogenannte "Katharsis" eintritt. Dies ist jedoch eine umstrittene Theorie.

Die andere und wahrscheinlichste Art der Wirkung von Abenteuerbüchern liegt zwischen den beiden Extrema Katharsis und einem überhöhten Abenteuerdrang in der realen Umwelt. Hier wird das Individuum angeregt, es entfalte Widerstandskraft und Zivilcourage. Dies ist eine Förderung des Verhaltens in den soziokulturellen Gegebenheiten.

Das Abenteuerbuch stellt literaturpädagogisch eine Verbindung zur Unterrichtsliteratur des erwachsenen Lesers her. Durch den komplexen Aufbau und durch komplexe Handlungen werden Fähigkeiten zur Rezeption großer Erzählliteratur eingeübt. Die Abenteuerliteratur soll durchaus im Unterricht behandelt werden. Hier werden Lektüreinteressen der Kinder angesprochen, so kann eine Brücke zwischen Freizeit- und Schullesen aufgebaut werden. Impulse für die Freizeitlektüre werden gegeben.

(1) Karl Ernst Maier: Jugendliteratur. Bad Heilbrunn/Obb. 1993.

 

Geeignete Abenteuerbücher für den Grundschulunterricht:

Cornelia Funke: Käpten Knitterbart auf der Schatzinsel, Klasse 1-2

Ursula Wölfel: Fliegender Stern, Klasse 3-4